Für ein Babyzimmer brauchen Sie weniger, als Kataloge und Einrichtungshäuser nahelegen: ein sicheres Bett, eine Wickelmöglichkeit, eine bequeme Sitzgelegenheit zum Stillen oder Füttern, Stauraum und ein gutes Raumklima. Wichtig zu wissen: In den ersten Monaten schläft Ihr Baby am sichersten im eigenen Bett im Schlafzimmer der Eltern, das Kinderzimmer wird anfangs vor allem zum Wickeln und Spielen genutzt.
- Das Baby schläft in den ersten Monaten im eigenen Bett im Elternschlafzimmer, das Kinderzimmer eilt also nicht.
- Sicherer Schlaf heißt: Rückenlage, feste Matratze, Schlafsack statt Decke, kein Kissen, keine Kuscheltiere, rauchfreie Umgebung.
- Die Raumtemperatur im Schlafraum liegt bei etwa 16 bis 18 °C, das Baby soll nicht überwärmt werden.
- Wickelplatz, Stillplatz und Stauraum genügen als Grundausstattung, vieles andere kann warten.
Zuerst die Frage: Wo schläft das Baby?
Viele werdende Eltern gestalten das Kinderzimmer sorgfältig, in dem das Baby dann zunächst gar nicht schläft. Empfohlen wird, dass der Säugling mindestens in den ersten sechs Lebensmonaten im Schlafzimmer der Eltern schläft, jedoch im eigenen Bett. Ein Beistellbett oder eine Wiege neben dem Elternbett erleichtert zudem das nächtliche Stillen und Beruhigen. Das Kinderzimmer können Sie deshalb in Ruhe vorbereiten, aber nicht zwingend bis zur Geburt komplett einrichten.
Wie Sie die erste Zeit insgesamt ausstatten, erklärt die Checkliste zur Erstausstattung.
Sicherer Schlafplatz: die wichtigsten Regeln
Für das Bett, egal ob im Elternschlafzimmer oder später im Kinderzimmer, gelten folgende Empfehlungen zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstods:
- Rückenlage: Legen Sie Ihr Baby zum Schlafen immer auf den Rücken, auch beim Mittagsschlaf.
- Feste, ebene Matratze: Sie soll gut in das Bett passen, ohne Spalt am Rand, und nicht zu weich sein.
- Schlafsack statt Decke: Ein Schlafsack in passender Größe mit Ärmel- und Halsausschnitt, aus dem das Baby nicht rutschen kann, verhindert, dass es unter Decken gerät.
- Kein Kissen, keine Kuscheltiere, kein Nestchen: Das Bett bleibt frei von Gegenständen, in denen das Gesicht verschwinden könnte.
- Nicht zu warm: Der Raum sollte etwa 16 bis 18 °C haben. Ob Ihr Baby zu warm hat, prüfen Sie im Nacken: Er soll warm, aber nicht verschwitzt sein. Auf Mützchen im Bett verzichten Sie besser.
- Rauchfrei: Weder in der Wohnung noch im Auto sollte geraucht werden, das gilt schon in der Schwangerschaft.
- Kein Schlafen auf Sofa oder Sessel: Wenn Sie beim Stillen einschlafen könnten, wählen Sie einen Ort, an dem Ihr Baby gesichert ist.
Mehr zu Schlafmustern und Entwicklung finden Sie im Beitrag Babyschlaf im ersten Jahr.
Möbel und Ausstattung im Überblick
| Bereich | Sinnvoll von Anfang an | Kann warten oder entfallen |
|---|---|---|
| Schlafen | Beistellbett oder Babybett, feste Matratze, Schlafsäcke | Himmel, Nestchen, Decken, Lagerungskissen |
| Wickeln | Rutschfeste Unterlage, Stauraum für Windeln, Mülleimer | Spezialmöbel mit vielen Fächern |
| Stillen und Füttern | Bequemer Sessel oder Sofa mit Rückenstütze | Teure Stillsessel |
| Aufbewahrung | Regal oder Kommode für Kleidung und Pflegeprodukte | Große Schränke vor dem ersten Jahr |
| Spielen | Weiche Decke für den Boden, wenige Spielsachen | Viel Spielzeug, Laufstall vor dem Krabbelalter |
Der Wickelplatz
Ein gut erreichbarer Wickelplatz spart Wege und schont den Rücken. Er kann auf einer Kommode, einem Wickelaufsatz oder einem eigenen Wickeltisch eingerichtet sein. Wichtig sind eine rutschfeste Unterlage und eine Höhe, die ohne Beugen auskommt, sowie eine Absturzsicherung durch erhöhte Ränder. Das Baby bleibt beim Wickeln nie unbeaufsichtigt. Genaue Maße und Sicherheitsregeln lesen Sie im Artikel Wickelkommode: Maße, Höhe und Sicherheit.
Legen Sie Windeln, Tücher, Creme und ein Wechselset in Griffweite. Wer mehrere Etagen in der Wohnung hat, richtet oft zwei einfache Wickelplätze ein, zum Beispiel einen im Bad und einen im Wohnzimmer. Wie viele Windeln Sie zum Start brauchen, steht bei Wie viele Windeln vor der Geburt.
Raumklima, Licht und Schadstoffe
Neue Möbel, Farben und Teppiche können Ausdünstungen abgeben. Lüften Sie den Raum ausgiebig, bevor das Kind einzieht, und planen Sie Streichen und Aufbauen frühzeitig, am besten mehrere Wochen vor der Geburt. Verwenden Sie Farben, die für Innenräume geeignet und emissionsarm gekennzeichnet sind. Schwangere sollten Streich- und Lackierarbeiten anderen überlassen.
Gut ist eine Möglichkeit, den Raum abzudunkeln, etwa mit Vorhängen oder Rollos, damit Tagesschlaf und Nachtruhe unterstützt werden. Für nächtliche Wickelrunden reicht ein kleines, dimmbares Licht. Stellen Sie das Bett nicht direkt an die Heizung oder ins Zugluftfeld am Fenster. Ein Thermometer im Raum hilft, die Temperatur im Blick zu behalten.
Sicherheit im Zimmer
Auch wenn das Baby noch nicht mobil ist, wächst die Beweglichkeit schneller als erwartet. Denken Sie früh an:
- Kippsicherung für Regale und Kommoden
- Steckdosen mit Kindersicherung, sobald das Kind krabbelt
- Kabel und Vorhangschnüre außer Reichweite
- Rauchmelder im Flur und im Schlafbereich
- Keine Dekoration mit kleinen Teilen, die sich lösen können
Was Sie gebraucht oder später kaufen können
Möbel, Kleidung und viele Pflegeartikel lassen sich gut gebraucht kaufen oder leihen. Bei Matratzen und Autositzen sind Sie dagegen auf der sicheren Seite, wenn Sie sie neu kaufen, da Sie dort die Vorgeschichte nicht kennen. Prüfen Sie bei gebrauchten Betten, ob sie aktuellen Sicherheitsnormen entsprechen, keine lockeren Teile haben und der Stababstand passt. Wenn Sie Zeit sparen möchten, beginnen Sie mit dem Wichtigsten und ergänzen Sie nach und nach, was sich im Alltag als nötig erweist.
Budget und Zeitplan
Die Einrichtung muss nicht auf einmal geschehen. Ein sinnvoller Zeitplan beginnt im zweiten Schwangerschaftsdrittel mit der Planung, im dritten Drittel mit Aufbau und Lüften. Bis zur Geburt reichen ein Schlafplatz, ein Wickelplatz und genug Kleidung. Alles andere ergänzen Sie, wenn Sie das Kind kennen. Viele Eltern stellen fest, dass sie manches gar nicht brauchen, etwa eine Vielzahl von Dekoartikeln oder Spezialmöbeln. Leihen Sie, kaufen Sie gebraucht oder lassen Sie sich schenken, was sich eignet. Sprechen Sie Verwandte und Freunde gezielt auf Dinge an, die Sie wirklich brauchen, damit Geschenke Ihre Planung unterstützen.
Häufige Fragen
Ab wann kann das Baby im eigenen Zimmer schlafen?
Empfohlen wird, dass der Säugling mindestens in den ersten sechs Lebensmonaten im Elternschlafzimmer schläft. Danach entscheiden Sie nach Ihrer Situation. Besprechen Sie Fragen dazu mit Ihrer Kinderarztpraxis oder Hebamme.
Brauche ich eine Babyphone-Anlage?
Wenn Ihr Kind im Elternzimmer schläft, ist ein Babyphone zunächst nicht nötig. Später kann es bei räumlicher Trennung beruhigend sein, ersetzt aber nicht die Nähe.
Ist ein Beistellbett besser als ein Babybett?
Beide sind möglich. Ein Beistellbett erleichtert den Kontakt in der Nacht, ist aber nur kurze Zeit nutzbar. Hauptsache, das Baby hat eine eigene, ebene Schlaffläche.
Welche Temperatur ist ideal?
Etwa 16 bis 18 °C im Schlafraum gelten als gute Orientierung. Kleiden Sie das Baby mit einem passenden Schlafsack und achten Sie darauf, dass es nicht schwitzt.
Fazit
Ein Babyzimmer muss nicht vollständig sein, wenn das Baby kommt. Sicherer Schlaf im Elternschlafzimmer, ein gut gestalteter Wickelplatz und ein ruhiger Platz zum Stillen decken die ersten Monate ab. Alles andere wächst mit dem Kind.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Fragen zum sicheren Schlaf besprechen Sie bitte mit Ihrer Hebamme oder Kinderarztpraxis.



