Pickel im Gesicht Ihres Neugeborenen sind meist harmlos und verschwinden ohne Behandlung. Häufig handelt es sich um Milien, kleine weiße Pünktchen, oder um die sogenannte Neugeborenenakne, die in den ersten Wochen auftritt. Wichtig ist, nichts auszudrücken und die Haut möglichst in Ruhe zu lassen.
- Milien sind weißliche Pünktchen, Neugeborenenakne zeigt rote Pickel oder Pusteln, meist ab der zweiten bis vierten Woche.
- Beides verschwindet in aller Regel innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten von selbst.
- Nicht drücken, nicht reiben, keine Akne-Produkte; klares Wasser genügt zur Reinigung.
- Bei Fieber, Eiter, rascher Ausbreitung oder Unsicherheit gehört das Kind zum Kinderarzt.
Welche Hautveränderungen es beim Neugeborenen gibt
Die Haut von Neugeborenen verändert sich in den ersten Lebenswochen stark. Vieles sieht beunruhigend aus, ist aber normal. Die folgende Übersicht hilft bei der Einordnung.
| Erscheinung | Aussehen | Wann und wo | Verlauf |
|---|---|---|---|
| Milien | kleine weißgelbe Pünktchen, hart, nicht gerötet | von Geburt an, vor allem Nase, Wangen, Kinn | verschwinden meist in wenigen Wochen |
| Neugeborenenakne | rote Pickel, teils mit weißer Spitze | ab etwa der 2. bis 4. Woche, Wangen, Stirn, Nase | klingt oft nach Wochen bis wenigen Monaten ab |
| Erythema toxicum | rote Flecken mit kleinen gelblichen Pünktchen, wechselnd | meist in den ersten Lebenstagen, am Rumpf | verschwindet innerhalb von Tagen bis etwa zwei Wochen |
| Hitzepickel | kleine rote Pünktchen, teils Bläschen | bei Wärme, in Hautfalten, am Hals | bessert sich bei kühlerer Umgebung |
Die Haut ist in dieser Zeit noch mit der Umstellung nach der Geburt beschäftigt. Poren und Talgdrüsen sind aktiv, die Schutzfunktion der Haut reift erst nach und nach.
Ursachen der Neugeborenenakne
Als Auslöser gelten mütterliche Hormone, die vor der Geburt über die Plazenta ins Kind gelangt sind und die Talgdrüsen anregen. Eine bestimmte Ernährung der Mutter, mangelnde Hygiene oder die Kleidung sind dafür nicht verantwortlich. Auch eine verbreitete Annahme, Muttermilch löse die Pickel aus, ist nicht belegt.
Meist treten die Pickel zwischen der zweiten und vierten Lebenswoche auf und halten wenige Wochen an. Sie jucken nicht und stören das Kind nicht. Es kann sein, dass sie bei Wärme, Weinen oder Schwitzen deutlicher hervortreten. Das ist normal.
Richtig pflegen: weniger ist mehr
Die wichtigste Regel lautet: Finger weg. Das Ausdrücken von Pickeln kann Narben hinterlassen und Keime in die Haut bringen. Gehen Sie so vor:
- Reinigen Sie das Gesicht einmal täglich mit lauwarmem Wasser und einem weichen Waschlappen.
- Tupfen Sie die Haut trocken, ohne zu reiben.
- Verzichten Sie auf fettige Cremes und Öle im Gesicht. Sie können die Poren zusätzlich verstopfen.
- Wechseln Sie Spucktücher und Lätzchen regelmäßig, damit keine Milchreste auf der Haut trocknen.
- Waschen Sie Textilien, die das Gesicht berühren, mit mildem Waschmittel.
Produkte gegen Erwachsenenakne, Peelings oder Hausmittel gehören nicht ins Babygesicht. Ob eine Behandlung nötig ist, entscheidet bei Bedarf die Kinderärztin oder der Kinderarzt. Allgemeine Hinweise zum Umgang mit Babyhaut finden Sie im Beitrag Babyhaut pflegen: Creme, Öl oder gar nichts?. Wie das Baden in den ersten Wochen am besten gelingt, lesen Sie unter Neugeborenes waschen und baden.
Abgrenzung: Wann es etwas anderes sein könnte
Nicht alles, was nach Pickeln aussieht, ist Akne. Ähnlich wirken zum Beispiel ein beginnendes Ekzem, Hitzepickel oder eine Hautinfektion. Achten Sie auf diese Hinweise:
- Juckreiz und Trockenheit: Reibt das Baby das Gesicht an der Unterlage, spricht das eher für ein Ekzem. Lesen Sie dazu Milchschorf und Kopfgneis beim Baby.
- Gelber, nässender Belag: Das kann auf eine bakterielle Infektion hindeuten.
- Bläschen mit Flüssigkeit, die schnell mehr werden: Das muss ärztlich abgeklärt werden.
- Pickel im Windelbereich: Hier kommen Reizungen oder eine Pilzinfektion infrage; siehe Windelsoor erkennen.
Wann zum Kinderarzt oder zur Hebamme?
Sprechen Sie mit der Praxis oder Ihrer Hebamme, wenn:
- Ihr Kind Fieber hat. Bei Säuglingen unter drei Monaten gilt jede rektal gemessene Temperatur ab 38,0 Grad als Anlass für eine ärztliche Vorstellung;
- die Pickel eitrig sind, sich ausbreiten oder die Haut stark gerötet und warm ist;
- das Baby schlecht trinkt, ungewöhnlich schläfrig oder sehr unruhig ist;
- der Ausschlag nach dem dritten Lebensmonat anhält oder sich verschlimmert;
- Sie sich unsicher sind, ob es sich um Akne oder etwas anderes handelt.
Bei den Vorsorgeterminen können Sie Hautfragen ebenfalls ansprechen; einen Überblick gibt der Artikel U-Untersuchungen U1 bis U9.
Was Sie im Alltag beachten können
Auch wenn die Pickel von selbst abheilen, lässt sich der Alltag so gestalten, dass die Haut möglichst wenig zusätzlich gereizt wird.
- Temperatur: Überwärmung lässt die Haut stärker schwitzen und die Pickel deutlicher hervortreten. Kleiden Sie Ihr Baby nicht zu warm; ein Blick in den Nacken zeigt, ob es schwitzt.
- Speichel und Milch: Wischen Sie Spuckreste und Speichel mit einem weichen Tuch ab, bevor sie antrocknen. Das gilt besonders für Wangen und Kinn.
- Kontakt mit Textilien: Raue Stoffe oder Etiketten können reiben. Weiche Baumwolle am Gesicht ist die bessere Wahl.
- Hände weg von Produkten: Auch Pflegeprodukte für Erwachsene, Lotionen mit Duftstoffen oder Öle im Gesicht haben auf Pickeln nichts verloren.
- Eigene Haut: Wenn Sie Ihr Baby auf dem Arm tragen, kann Make-up oder Creme von Ihrem Gesicht auf die Babyhaut gelangen. Versuchen Sie, das zu vermeiden.
Viele Eltern machen sich Gedanken, weil die Pickel auf Fotos besonders auffallen. Das ist verständlich, aber kein Grund, einzugreifen. Spätestens nach einigen Wochen bis Monaten ist die Haut in der Regel wieder glatt. Bleiben die Veränderungen länger bestehen oder werden sie größer und dunkler, lassen Sie sie bei einem Termin ansehen.
Häufige Fragen
Darf ich Muttermilch auf die Pickel tupfen?
Ein Nutzen ist nicht ausreichend belegt. Da die Pickel von selbst abheilen, ist es nicht nötig. Wenn Sie es dennoch ausprobieren möchten, sprechen Sie mit der Hebamme, damit die Haut nicht zusätzlich gereizt wird.
Bleiben Narben zurück?
Bei normaler Neugeborenenakne in der Regel nicht. Narben entstehen eher, wenn Pickel ausgedrückt oder aufgekratzt werden. Deshalb ist Zurückhaltung die beste Pflege.
Kann ich mein Baby trotz Pickeln küssen und kuscheln?
Ja. Neugeborenenakne ist nicht ansteckend. Achten Sie wie immer auf Händewaschen und darauf, dass Hautkontakt bei Erkältung oder Lippenherpes vermieden wird.
Warum hat mein Baby plötzlich mehr Pickel?
Schwankungen sind üblich. Wärme, Weinen, Spucken oder gereizte Haut können die Pickel stärker hervortreten lassen. Wenn Sie zusätzlich Juckreiz, Nässen oder Fieber bemerken, lassen Sie es abklären.
Fazit
Pickel und Pünktchen gehören bei vielen Neugeborenen dazu und klingen von selbst ab. Mit klarem Wasser, Geduld und der Finger-weg-Regel tun Sie der Haut den größten Gefallen. Bei Fieber, Eiter oder Zweifeln holen Sie rechtzeitig ärztlichen Rat ein.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.



